In der Grundschule übt man die für Taekwondo spezifischen
Techniken und deren sinnvolle und zweckmäßige Anwendung. Des weiteren werden
insbesondere Fähigkeiten wie Schnelligkeit, Genauigkeit, Rhythmusfähigkeit,
Koordinations- und Distanzierungsvermögen ausgebildet. Bei den
Grundtechniken, die aus Hand- und Ellenbogenschlägen, Abwehrblocks, Knie-
und Fußtritten, Fußstellungen und Schritten bestehen, wird besonderer Wert
auf eine saubere und präzise Ausführung gelegt. Im sogenannten
Einschrittkampf (Ilbo-Taeryon) werden die Techniken schließlich am Partner
ohne Kontakt ausgeführt und bei Prüfungen präsentiert.
2. Formenlauf (Poomse)
Bei den Formen handelt es sich um einen vorgeschriebenen Bewegungsablauf, in
dem spezielle Abwehr- und Angriffstechniken gegen einen imaginären (nicht
vorhandenen) Gegner ausgeführt werden. Bei der Vorführung einer Form ist es
wichtig, dass der Zuschauer erkennen kann, wie der Taekwondoin sich gegen einen
vorgestellten Gegner verteidigt. Eine gut vorgetragene Form erzeugt die
Illusion, dass der Formenläufer einen tatsächlichen Kampf ausübt. In dieser
Disziplin werden auch Wettkämpfe ausgetragen. Die Sportler können hier alleine
(Einzel), zu zweit (Paar), zu dritt (Synchron) oder zu fünft (Mixed) teilnehmen.
Im Regelwerk der World Taekwondo Federation (WTF) gibt es 17 Poomsen mit je ca.
dreißig Schrittfolgen.
3. Vollkontakt (Kyorugi)
Der sportliche Wettkampf im Vollkontakt wird
über 3 Runden mit jeweils 3 Minuten nach den Regeln der WTF in
entsprechender Schutzausrüstung durchgeführt. Er fordert von dem Athleten
enorme Präzision, Schlaggenauigkeit, Kondition, Mut, blitzschnelle Reaktion
und eine große Portion Selbstvertrauen. Die Wettkämpfe sind in Klassen
unterteilt, die sich in Alter, Gewicht, Geschlecht und Gürtelgraden
unterscheiden. Taekwondo ist mit dieser Art des Wettkampfs bei den olympischen
Spielen vertreten. Erlaubt sind Schläge und Tritte auf bestimmte
Trefferzonen, welche mit voller Kraft ausgeführt werden. Würfe und Hebel
sind nicht zulässig. Es sind Siege nach Punkten und durch einen Knock Out
möglich. Kinder erhalten zusätzliche Schutzausrüstung, um Verletzungen
vorzubeugen. Auf regulären Turnieren starten die Sportler im sogenannten
KO-Modus. Wettkämpfer, die Ihren Kampf verlieren, scheiden aus, während
erfolgreiche Sportler die nächste Runde bis hin zum Finale erreichen.
4. Selbstverteidigung (Hosinsul)
Unter Einsatz von vorwiegend harten und direkten Techniken sollen Angriffe
auf die eigene Person möglichst unbeschadet überstanden und kontrolliert werden.
Bei der Selbstverteidigung werden diese angelernten Abwehrtechniken
unter fachlicher Anleitung mit einem Trainingspartner geübt. Hierbei kommen auf
der Seite des Angreifers auch Waffen zum Einsatz, gegen die sich der Verteidiger
unbewaffnet zur Wehr setzen muss. Zusätzlich zu Schlag- und Tritttechniken
werden auch Hebel, Würfe, Fallschule und Befreiungstechniken (z.B. aus
Umklammerungen) angewandt.
5. Bruchtest (Kyek-Pa)
Der Bruchtest
überprüft die Präzision und Wirkung der Hand- und Fußtechniken des
Sportlers. Er wird je nach Alter und Leistungsgrad des Aktiven auf ein ca. 3
cm starkes Fichtenbrett der Größe 30x30 cm durchgeführt. Um die Kraft des
Taekwondoin zu konzentrieren kommt im Augenblick des Schlages noch ein
kurzer und lauter Kampfschrei (Kihap) hinzu. Bei Demonstrationen und höheren
Graduierungen werden auch andere Materialien wie z.B. Flusskiesel oder
Ziegelsteine verwendet. Meisterschaften im Bruchtest sind in Deutschland
eher selten, werden jedoch gelegentlich angeboten.